9. Hahnkreuz
Zur Geschichte des Kreuzes
Standort:
rechts an der Straße von Stettenhof nach Ronthal
48°29,33’ nördl.Br.
15°48,08’ östl.L.
Beschreibung:
Holzkreuz mit Korpus und Hahn
Maße:
Höhe: 210cm, Breite: 100cm; Stamm: 8,5cm x 8,5cm
Entstehungszeit:
Vor 1870, in derheutigen Form 2004
Bemerkenswert an diesem Holzkreuz ist der gegossene, halbplastische Metall-Korpus. Diese Art der Anfertigung stellt meines
Wissens in unserer Umgebung ein Unikum dar. Mit Sicherheit wurde dieser Korpus bei der letzten Restaurierung des Hahnkreuzes
2004 weiter verwendet. Das Holzkreuz wurde damals neu angefertigt und der Korpus fachmännisch von einer Restauratorin – also
eigentlich ‚fachfraulich‘– überarbeitet. Anlaß zur Renovierung gaben zwei Damen aus Südtirol, die längere Zeit in Stettenhof
verbrachten. Ihre Namen befinden sich auf einer kleinen Metalltafel am Kreuz. Am 19.6.2004 wurde das Kreuz durch Pfarrer Fritz
Zimmerl von Hohenwarth im Rahmen einer kleinen Feier geweiht.
Tafel am Fuß des Kreuzes
Über das Aussehen des Flurdenkmales vor 2004 steht mir eine (eigene) Aufnahme aus ca 1990 zur
Verfügung. An einem quasi normalen Holzkreuz, das mit einer sparsamen Blechauflage gegen die
Witterung geschützt war, befand sich ohne Zweifel derselbe Korpus wie im Jahr 2004.
Einen Blick weiter in die Vergangenheit könnte vielleicht eine Eintragung im Gedenkbuch
Gösing II zum 14. IX 1954 ermöglichen: Von einer Feldkreuzweihe in Stettenhof wird hier
berichtet: Stifterin Frl Maria Arndorfer 24 (ist damit das Stettenhofer Haus No 24 gemeint?)
Kreuz mit Kupferdach … (die) Rückwand machte Tischler Alois Seeger. Den Corpus lieferte Fa
Fellinger und Hassinger, Wien (590 Schilling).Gesamtkosten 2000 Schilling. - Es war eine
einfache aber stilvolle Feier. Prozession von der Kapelle bis zum Kreuz. Ansprache, Weihe. Auf
dem Rückweg zur Kapelle wurde wieder der Rosenkranz gebetet. Höchstwahrscheinlich war
damals (1954) das Kreuz, das mein Photo (1990) zeigt, neu hergestellt und geweiht worden. Daß
sich zwischen 1954 und 1990 das Aussehen (Rückwand) geändert hat, darf getrost dem
Weitergang der Jahre angelastet werden.
Das Kreuz ist auf den Landkarten etwa ab 1870 eingezeichnet und könnte vielleicht an einen
Unglücksfall erinnern:
Im Ingedenkbuch Hohenwarth (I-1844, S.133) ist für 1864 folgender Todesfall vermerkt: In Folge
der zu starken Kälte und großen Schneeverwehungen ist ein Ebersbrunner Handwerksbursche
Johann Kemetner, Schustergeselle in Krems, auf der Heimreise nach Ebersbrunn unweit
Hohenwarth auf der Strasse den 11. Februar erfroren aufgefunden worden.