7. Polt-Arocker-Stein
Zur Geschichte des Bildstockes
Das Flurdenkmal erinnert an zwei Unglücksfälle, die zeitlich etwa 36 Jahre auseinander liegen.
Das Sterbebuch von Mühlbach 1899-1938, S.97 berichtet, daß am 8.9.1933 Polt Josef, Bauernsohn von Ronthal ledig, geb am
20.Jänner 1914 ehel. Sohn des Polt Johann Wirtschaftsbesitzer in Ronthal, und der Anna [ux] geb(orene) Primmer bei einem
Unfall einen Schädelbruch erlitt und plötzlich gestorben sei.
Franz Burger schreibt in seinem unveröffentlichten Manuskript Sie starben eines unnatürlichen Todes: Am 8.IX.1933 fuhr Sepp
Polt aus Ronthal mit seinem Fahrrad von der Gstettenhofer Kreuzung herein und hielt sich an das Weinauto des Paul Brandl von
Straß an. Er kam auf der sandigen Straße ins Rutschen, fiel unter die Räder und war sofort tot. Er war 19 Jahre alt. Von der
Gstettenhofer Kreuzung herein bedeutet wohl, daß man schon am Weg nach Ronthal war. Die sandige Straße darf daran erinnern,
daß die Straßen 1933 kaum feste Decken aufwiesen. Selbst noch etwa 1968 verwandelte sich die nach Krems führende Straße kurz
nach Stockerau in eine Schotterpiste.
Zum zweiten Teil des Gedenksteins schreibt Direktor Franz Burger aus Zemling in demselben unveröffentlichten Manuskript:
Ferdinand Arocker und Joseph Wöber aus Ronthal fuhren am 30.X.1969 mit dem Auto bei Tag nach Stettenhof, stießen auf der
Kreuzung mit einem Volksbus zusammen und waren auf der Stelle tot. 31 und 36 Jahre alt.
Ferdinand Arocker war am 4.9.1938 in Ronthal Nr.3 geboren worden. Seine Mutter war eine geborene Polt – das erklärt, warum das
Flurdenkmal beim nächsten Unglücksfall in der Familie eine weitere Inschrift bekam. Im Mühlbacher Taufbuch endet die
Eintragung mit: † 30.10.1969 StA Krems.- es ist dies das Datum des Unglückes und des Todes des Ferdinand Arocker. Die Sperrfrist
für die Daten von vielen Jahren hat da eine gnädige Hand durchbrochen.
Auch beim zweiten Unfallopfer ist das Todesdatum auf obige Art in den Mühlbacher Matriken eingetragen. Joseph Wöber war am
30.1.1934 geboren worden. Der Zusammenstoß auf der Kreuzung am Plekaweg muß in großer Gschwindigkeit erfolgt sein, oder der
Volksbus - wohl ein VW Bus – war schwerbeladen. Die Kreuzung ist seit vielen Jahren trotz halbwegs guter Sichtverhältnisse
Schauplatz von schweren Unfällen und beschäftigt Rettungsorganisationen und die freiwillige Feuerwehr.
Standort:
an der Straße von Ronthal nach Stettenhof
48°29,6’ nördl.Br.
15°47,92’ östl.L.
Beschreibung:
Flurdenkmal in der Form eines Grabsteines
Maße:
Sockel: unten 65cm x 90cm, oben 50cm x 70cm, Höhe:40cm
Gesamthöhe: 1,95m
Entstehungszeit:
nach 1969
Inschrift:
Zur Erinnerung an
Josef Polt
Wirtschaftsbesitzerssohn
in Ronthal Nr.3
der an dieser Stelle am 8.Sept.1933
im 20.Lebensjahre
von einem Auto überführt wurde.
Ferdinand Arocker
verunglückt
am 30.Okt.1969
im 32.Lebensjahre
unweit von dieser Stelle.