8. Schopf-Gedenkkreuz
Zur Geschichte des Bildstockes
Zufahrt: Von der Kremser Straße (=Bleckenweg) in Richtung Straß zweigt bald südwestlich der Kreuzung mit der Straße nach
Stettenhof/Gösing der jetzt gut fahrbahre Ödenbrunnerweg nach Nordwesten ab. Etwa am halben Weg zur ehemaligen Ziegelei, jetzt
ein Wohnhaus, befindet sich das Schopfkreuz linker Hand hinter einem Maschenzaun und dichtem
Strauchbewuchs vor einer alten Wasserstube. (Nö-Atlas Parzelle: 485/2)
Frau Dr. Helga PAPP schreibt in Ziegel Ziegelöfen Lehmgruben (Klosterneuburg 2000), Nr 182:
Vom Bleckenweg zweigt gegen Ödenbrunn ein Feldweg ab, mit dem man den tief gelegenen
Ziegelofen erreichen kann. Die Abbruchkante hat sich, ebenso ein kleines Haus neben dem Areal
des Ziegelofens, erhalten. Besitzer waren Josef Liebl, Michael und wieder Josef. Es wurde bis 1932
gebrannt.
Standort:
am Ödenbrunnerweg (s.u.)
48° 29,5’ nördl.Br.
15° 47,62’ östl.L.
Beschreibung:
Natursteinsockel mit gegossenem Betonkreuz
Maße:
60cm x 90cm; Gesamthöhe: 1,95m
Entstehungszeit:
nach 1945
Die Inschrift auf dem Kreuz, daß Herr Alois Schopf auf sehr tragische Weise sein Leben lassen
mußte, weist mit dem Datum Okt.1945 deutlich auf das Ende des 2.Weltkrieges hin. Etwas mehr
erfahren wir aus dem Gedenkbuch der Pfarre Gösing zum 25.Oktober 1945: Schopf Alois, früher
Stettenhof, jetzt Ronthal, wurde heute auf dem Heimweg erschossen. Beerdigung auf dem hies.
Friedhof.
Viel deutlicher wird das Gedenkbuch der Pfarre Mühlbach II: Meuchelmord durch Russen:
25.Oktober 6
h
abends ging der Wirtschaftsbesitzer H.Alois Schopf, Ronthal, in Begleitung von
mehreren Arbeiterinnen vom WG von der Arbeit nach Hause, als ihm ein russischer Soldaten (sic!)
begegnete u. ihn ohne jeden Wortwechsel durch Kopfschuß tötete. Eine der Arbeiterinnen Leopoldine Brunner von Mühlbach
kämpfte mit dem Soldaten, entriß ihm den Revolver u konnte sich durch Flucht retten. H.Schopf hatte erst [heuer] Trauung in
unserer Pfarrkirche mit der Witwe Berger u. war ein fleißiger, katholischer Mann. R.I.P.
Franz Burger überliefert den Vorfall in seinem Manuskript, Sie starben eines unnatürlichen Tod so: Als Alois Schopf mit
mehreren weiblichen Personen am 25.X.1945 um 6 Uhr abends von der Feldarbeit heimging, kam ihnen ein Russe, der
berüchtigte Mongole, nach und schoß Alois Schopf nieder. Eine der weiblichen Personen belästigte er, warf sie auf den Boden.
Die Frau wehrte sich aus Leibeskräften und konnte entkommen. Die anderen liefen vor Angst davon, den Alois Schopf, der auf
den Russen einredete, erschoß er.
Die Anwesenheit von Soldaten – Freund und Feind - im Land unter Enns ist eine ständige Bedrohung. Die Vorfälle sind
schrecklich und hinterlassen tiefe Wunden, die durch die materiellen Schäden ins Unermeßliche steigen.
Inschrift:
Herr Alois
Schopf
aus Ronthal
muste auf sehr tragi=
sche Weise im 53.Lbj.
sein Leben lassen.
Okt.1945
Unvergeßlich !